Volker&Esmeralda Mulle&Hidalgo
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Assuan-Port Safaga

Am Samstag haben wir dann die Motorräder abgeholt. Zu diesem Zweck wurde die Barke längs des Fährschiffs gebracht und die Motorräder dann durch die Fähre durch auf den Quai gerollt. Zoll, Anmeldung und Versicherung wurden von unserem Fixer Kamal erledigt, ägyptische Nummernschilder haben wir nun ebenfalls dranhängen. Die $40 pro Kopp für Kamal haben sich wirklich gelohnt, der sonst sehr aufwändige Prozess beschränkte sich für uns dadurch auf ein paar Stunden warten. Am Samstag kam dann morgens auch Volkers neuer Hinterreifen an, der in Nairobi gekaufte hatte ja arge Parodontose bekommen. Volkers Vater hat den neuen per DHL aus Deutschland geschickt, 4 Tage und er ist in Assuan angekommen. DHL hat auch die Verzollung übernommen, die €30 wurden dann per Nachnahme bezahlt. Schon erstaunlich wie das alles klappt.

Der Samstag war auch der Tag, an dem Mulles 14tägige „trockene Phase“ endete, der gute Ausgang von Reifen und Zoll wurde dann mit Daniel, dem Hamburger, den wir auf der Fähre kennengelernt haben, mit Dosenbier fleißig begossen. Denn Dosenbier macht schlau! Und wir haben schon lang keinen Kühlschrank mehr leergetrunken.

Sonntag, nach dem fantastischen Hotel Keylani Frühstück (frischer Bananen-Erdbeer-Mix, Pfannkuchen, Lemonensaft) ging es dann los, zuerst haben wir aber noch Daniel abgeholt. Der ist 13 Monate lang durch Afrika getrampt, befindet sich nun wie wir auf der Zielgeraden. Abgesprochen hatten wir, dass wir ihn bis außerhalb der Stadt an die Wüstenautobahn mitnehmen, damit er dann lostrampen kann. Weil er aber eh schon hinten drauf sitzt, dann können wir ihn auch noch gleich bis Luxor mitnehmen. Das war sein erster Langstrecken-Motorradlift, die Zeit in Assuan mit ihm hatte Spaß gemacht, vielleicht sehen wir ihn in Kairo wieder. Nach Luxor wurde es ätzend! Alle 10km eine Polizeisperre, jedesmal werden wir rausgewunken, jedesmal wird der Chef angerufen, ob wir weiterfahren dürfen. Teilweise dauert das eine halbe Stunde, bis der Chef erreicht wird. Normalerweise sind die ja ganz nett, wir bekommen Tee während der Wartezeit oder Mulle eine ägyptische Zigarette zum Abschied in den Mund gestopft, aber das dauert halt und wir müssen unser Tagesziel Hurghada abschreiben.

Zusätzlich hatten wir an einer Tanke auf dem Weg aus Versehen „80“ getankt, eigentlich brauchen wir 92-Oktan. Bevor das auch noch in Mulles Tank landen konnte, wurde das Versehen aufgedeckt. Das heißt, die Tanks waren nicht voll und die Sonne ging langsam unter, schlechte Voraussetzungen, um noch knapp 200km durch die Steinwüste in Angriff zu nehmen. Also vom Navi nach Quus reinlotsen lassen, durch die engen Gassen gequält, nur um dann herauszufinden, dass das vom Navi angezeigte Hotel nicht mehr existiert. Weiter nach Quena, dort prompt erst einmal wieder von der Polizei angehalten worden. Die haben uns dann auch noch die falsche Richtung für den Bahnhof gewiesen, statt 3km sind wir 18 gefahren. Dass das einzige Hotel der Stadt dann auch noch überteuert ist und wir im Restaurant nebenan zu viel für miserables Essen bezahlt haben, bessert unsere Laune auch nicht unbedingt. Dafür gibt es auf der Toilette unseres Zimmers sogar eine Klobürste, die erste seit Addis Ababa, also seit ca. 3300km. Es sind die kleinen Sachen, die man so auf Reisen schätzen lernt...

Der nächste Tag ging weiter, wie der letzte aufgehört hat: Beschissen. Zuerst haben wir keine Tankstelle gefunden. Das war ziemlich schlecht, da Mulle in Assuan nicht voll- und in Luxor gar nicht getankt hatte (weil er kein 80 Oktan Sprit im Tank haben wollte) und wir uns außerdem von unserem 10l Reservekanister verabschiedet hatten, da wir meinten, ihn nicht mehr zu brauchen. Alle im GPS verzeichneten Tankstellen waren noch nicht aktiv oder gar nicht vorhanden. Dementsprechend war bei Mulle dann auch nach 50km Schluß, aber es war noch Benzin im Tank. Also wurde die zweite Zündkerze getauscht. Geholfen hat uns dabei ein ägyptischer Motorradfahrer, der noch nicht mal als Dankeschön ein paar neue Handschuhe haben wollte, obwohl er selber ohne welche fuhr.

5km später ging Hidalgo wieder aus, diesmal aber Esmeralda auch gleich. Daher wurde bei Hidalgo kurzerhand die Spritpumpe weiter nach unten verlegt, da ja noch Sprit im Tank war. Esmeraldas Problem wurde darauf geschoben, dass sie kein 80 Oktan Benzin verträgt. Also fährt Mulle los, zur nächsten Tanke, die laut Navi nur 23km entfernt mitten in der Pampa war. Und immerhin hat das Navi diesmal nicht gelogen. Mulle fragt an der Tanke nach 92 Oktan Benzin und bekommt Hidalgos Tank vollgemacht sowie die verbliebenen 3l und 2l Reservekanister. Stolz fährt er zurück, Volker hat in der Zwischenzeit seinen Tank entleert (über ökologische Verbrechen in diesem Land schweigen wir uns besser aus). Die 5l rein und weiter geht es. Nach ca. 5km bleibt Esmeralda wieder stehen, wahrscheinlich einfach nicht genug Sprit. Also Mulle wieder los, aber die Tanke macht Mittag. Nach ein bißchen Fußballspielen mit den Tankwarten wird die Dringlichkeit der Situation erklärt, die Tankwarte unterbrechen ihre Mittagspause, schmeißen netterweise den Generator wieder an, damit die Pumpe wieder funktioniert und der 2l-Kanister wird befüllt. Gerade ist er voll, da fährt grinsend Volker vor. Er hat die Schwimmerkammerablaßschraube betätigt und den alten Sprit rausgelassen. Also volltanken und dann erst einmal ins Cafe nebenan, ne Sprite trinken. Dabei stellt sich heraus, dass die an dieser Tanke überhaupt nur 80 Oktan haben!

Lange Gesichter bei uns. Aber Hidalgo und Esmeralda springen 1a an, weiter geht es. Naja, nicht besonders viel weiter, nach knapp 2km ist Schluß, Esmeralda geht wieder aus. Volker ist hochgradig frustriert, beschimpft hupend vorbeifahrende Autofahrer, kickt Steine in die Wüste. Aber es hilft ja nichts, davon läuft Esmeralda auch nicht wieder. Ausserdem kommt nach kurzer Zeit ein Polizeiauto mit Sirene vorbei und fragt nach unserer Nationalität und was los ist. Mulle lenkt die ab, während Volker Tank und Sitz abnimmt, um den Vergaser auseinander zu bauen. Die Polizei zieht wieder ab, Volker flucht und schraubt weiter. 20Min später der nächste Polizeiwagen mit Sirene. Gleiches Spiel, aber diese können weniger Englisch. Volker hat den Vergaser mittlerweile gereinigt und Mulle unterhält die Polizisten so gut es geht. Da kommt ein zweites Polizeiauto vorbei, die hatten nen Souvenirverkäufer als Übersetzer herangeschafft. Volker ist aber mittlerweile fertig, nach kurzem Antreten springt Esmeralda wieder an. Wir bekommen noch die Telefonnummer von einem Polizisten, um anzurufen, falls etwas passiert. Also geht es weiter, das eine Polizeiauto als Eskorte.

Aber, Ihr ahnt es schon, nicht viel weiter. 1Km haben wir diesmal geschafft, dann ging Esmeralda wieder aus. Wir sind vollkommen frustriert, Volker tauscht noch kurz die Zündkerze, die Polizisten sind auch schon genervt. Netterweise rufen die uns nen Pickup, der Esmeralda nach Port Safaga transportiert. Dort in einer Werkstatt angekommen, wird erst einmal der alte Sprit in Kanister umgefüllt. Mulle fährt mit dem alten Achmed, Vater spanischer Zigeuner, Mutter Türkin, in einem uralten Fiat Sprit holen, hier gibt es zumindest 90 Oktan. Ab in Esmeraldas Tank damit, Volker schmeißt sie an, macht ne Testfahrt, alles okay. Die Werkstatt wollte noch nicht mal Geld für das Ablassen, nur den 80er Sprit als Gegenleistung. Wir haben dann aber einiges in die Kaffeekasse gesteckt. Da es schon dunkel ist, übernachten wir in Port Safaga, Hotel Ali Baba. Zwar relativ teuer (€35, Frühstück und Abendessen inklusive), dafür aber topp. Hier gibt’s nicht nur eine Klobürste, sondern auch das beste Essen seit Addis Ababa!

Reifen mit Parodontose

Andocken der Barke an die Fähre:

Juhuuuu, endlich ägyptische Nummernschilder, wollten wir schon immer haben. Oben steht "Assuan", dann "42" auf arabisch und dann noch mal 42 in westlicher Schreibweise

Abfahrbereit in Assuan:

 Bei Hidalgo wird mit Muhammeds Hilfe die Zündkerze gewechselt (Panne Nr. 1)

Panne Nr. 2

Nette Tankwarte (Mensur, Achmed und Muhammed Nr. 2) 

Panne Nr. 3 (oder was weiß ich wieviel), auf jeden Fall wird hier der Vergaser ausgebaut im Wüstensand:

Hilfsbereite ägyptische Polizisten Muhammed Nr.3 rechts):

(Zumindest zu Ausländern seien die Polizisten nett, meinte unsere ägyptische Spediteurin...)

 

3.2.14 20:56
 


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